Mehr Leistung

Seit 2016 wird im Wasserkraftwerk Montrose das Monitoring-System Metris DiOMera von ANDRITZ eingesetzt. Tony Nott, Betriebsdirektor von Alterra Power, und Betriebsingenieur Nicholas Adams berichten über ihre Erfahrungen und Pläne.

Montrose ist ein privat finanziertes Projekt. Der Betreiber – Toba Montrose General Partnership – setzt dort bewusst relativ wenig Personal ein und greift zur professionellen Unterstützung gezielt auf das Know-how von ANDRITZ zurück. Die Konstruktionsskizze unten auf dieser Seite zeigt das Laufrad einer Pelton-Turbine, das in der Lage ist, maximal 196 Megawatt Energie bereitzustellen.

Machining of the Pelton runner

Warum setzen Sie Metris DiOMera ein?

Tony Nott: Der Montrose Creek enthält einen hohen Sedimentanteil, der den Laufrädern unseres Wasserkraftwerks zusetzt. Sie müssen aufgrund des Verschleißes alle zwei bis drei Jahre saniert werden. Einerseits machen Wartung und Instandsetzung einen beträchtlichen Anteil unserer Betriebskosten aus. Andererseits müssen wir sie gut planen, um möglichst wenig Stillstand zu haben. DiOMera hilft uns, die Entscheidungen zu optimieren, ob und wann wir ein Laufrad überholen.

Wie sieht das in der Praxis aus?

Nicholas Adams: DiOMera überwacht die Effizienz der Laufräder, um den optimalen Zeitpunkt für eine Sanierung zu bestimmen. Die Effizienzbewertungen nehmen wenig Zeit in Anspruch und sind auch sehr aussagefähig. Zweitens überwacht das System den Anlagenbetrieb und die Leistung, und es prognostiziert, wann eine Laufradkontrolle fällig ist. Diese Vorausschau ist für die Planung sehr hilfreich und optimiert die Prüfintervalle, indem sie den Teillastbetrieb im Winter berücksichtigen. Drittens registrierten wir dank DiOMera einen leichten Leistungsunterschied zwischen den Maschinensätzen 1 und 2. Das half uns, die Leistung zu maximieren und den Verschleiß auf nur eines der Laufräder zu konzentrieren.

Welche konkreten Vorteile resultieren daraus?

NA: Wir stellten fest, dass im Teillastbetrieb die Düsenkonfiguration nicht optimal ist. Dazu muss man wissen, dass die Maschinensätze einen Großteil des Jahres bei Teillast laufen. Änderungen in der Düsenkonfiguration erhöhen die Leistung und verringern den Verschleiß an Laufrad und Düsen.

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Mit Hilfe von ANDRITZ konnten wir eine hohe Verfügbarkeit aufrechterhalten, Anlagenmodernisierungen durchführen und Betriebskosten senken - und hoffentlich auch die Jahresproduktion erhöhen.

Tony Nott

Wie geht es weiter, welche Pläne und Ziele haben Sie?

TN: Wir werden die Überwachung des Trübheitsgrads und der Sedimentproben in DiOMera integrieren, um den Zusammenhang zwischen Sedimentanteil und Erosion am Laufrad zu analysieren. So lässt sich die Prognose des Laufradzustands weiter verbessern. Der Maschinist kann die Auswirkungen der Änderungen am Einlauf – wie beispielsweise Ausbaggern des Ausgleichsspeichers – zutreffender einschätzen.

Würden Sie sagen, dass die Digitalisierung generell ein potentes Werkzeug ist, um die Wartung von Wasserkraftwerken zu optimieren?

TN: Die Digitalisierung erleichtert die Entscheidungsfindung, eben weil sie eine Automatisierung der Bewertung des aktuellen Anlagenzustands ermöglicht. Die in DiOMera enthaltenen Informationen waren zum Teil zwar auch vor deren Installation verfügbar, aber die Berichterstattung wurde jetzt automatisiert, was die Zeit für die Bewertung des Anlagenzustands verkürzt. Durch die Standardisierung der Datenerfassung mit DiOMera können wir darüber hinaus effektiver mit ANDRITZ kommunizieren und parallel dazu die Anlagenleistung erhöhen.

Apropos Zusammenarbeit mit ANDRITZ: Wie bewerten Sie eigentlich die Partnerschaft?

NA: Wir stehen in engem Austausch und haben zum Beispiel über einen standardisierten Prüfprozess für Laufräder diskutiert, der in DiOMera integriert werden könnte. Dadurch würden die Prüfungen beschleunigt und die Berichterstattung einheitlicher.

TN: Es ist ja so, dass Toba Montrose General Partnership über keine Ressourcen mit technischer Erfahrung verfügt, die sich mit größeren Problemen befassen könnten, um die Betriebsleistung zu optimieren. Mit Hilfe von ANDRITZ konnten wir eine hohe Verfügbarkeit aufrechterhalten, Anlagenmodernisierungen durchführen und Betriebskosten senken – und hoffentlich auch die Jahresproduktion erhöhen. In einem Satz: ANDRITZ leistet einen wertvollen Beitrag zu unserem Betrieb.

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  • Geschäftsbericht 2019

    ANDRITZ Geschäftsbericht 2019

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