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Erfolgsgeschichte: Liansheng

Chinas Zellstoff-Riese: der Beitrag von ANDRITZ

Wie ein Familienunternehmen in Rekordzeit die größte Kraftzellstoffanlage des Landes und einen voll integrierten Zellstoff- und Tissue-Produktionskomplex aufbaute und sie in ein nachhaltiges, fossilfreies Kraftpaket verwandelte. 

Es war ein schwüler Sommerabend Ende Juli 2024, als sich die Ingenieurinnen und Ingenieure von Liansheng Pulp & Paper in ihrem neuen Werk an der südöstlichen Küste Chinas versammelten. Um 19 Uhr wurde erstmals die Schwarzlauge im Rückgewinnungskessel gezündet. Für Xue Rongjun, General Manager der Fabrik, war dies die Belohnung für 28 Monate intensiver Arbeit.

Erst 66 Tage zuvor hatte der Kessel seine hydrostatischen Tests durchlaufen – ein Inbetriebnahmezeitraum, der dank der Unterstützung und Technologie von ANDRITZ neue Maßstäbe in der Branche setzte. 

In Zhangzhou errichtete Liansheng die größte Zellstofffabrik Chinas: das Rückgrat eines 300 Hektar großen integrierten Standorts, der Karton, Druck- und Schreibpapier sowie Tissue produziert. Die Anlage erzeugt jährlich 1,6 Milliarden Tonnen Kraftzellstoff. 

Zusätzlich zur Kraftzellstoffanlage hat Liansheng mit seinen neuen Tissue-Produktionslinien einen entscheidenden Schritt nach vorne gemacht. Diese haben eine Verdreifachung von Kapazität, Qualität und Effizienz ermöglicht und Liansheng als führenden Akteur positioniert. ANDRITZ wurde ausgewählt, zwei PrimeLineTM W 2000 Tissuemaschinen – TM1 und TM2 – zu liefern. Durch die vollständige Integration der Tissuemaschinen mit der chemischen Zellstofflinie am Standort sichert sich das Unternehmen nun seine eigene Zellstoffversorgung für die Hygienepapierproduktion. 

Als Liansheng 1998 in das Zellstoffund Papiergeschäft einstieg, war das Unternehmen ein familiengeführter Betrieb unter vielen. Heute betreibt Liansheng in Fujian die größte Zellstofffabrik des Landes mit dem weltweit größten Drehrohrofen und den größten 360°-Hackschnitzellagerungs- und -entnahmesystemen. 

Bemerkenswert ist die zugrunde liegende Strategie nachhaltiger, kohlenstoffarmer Produktion: Der Standort ist vollständig auf erneuerbare Energie ausgelegt und bildet ein integriertes Kreislaufsystem aus Hackschnitzeln, Zellstoff, Papier und Energieerzeugung. 

DER STANDORT AN DER KÜSTE FUJIANS

Die Entscheidung zum Bau eines Zellstoffwerks in Zhangzhou fiel 2021. Da importierter Zellstoff über lange Strecken transportiert wird und Preisschwankungen unterliegt, entsprach diese Praxis nicht mehr den Ansprüchen des Unternehmens. 

Eine integrierte Fabrik würde die Betriebskosten senken, Qualitätsschwankungen reduzieren und dem Konzern strategische Kontrolle über seine Faserlieferung verschaffen. 

Auch die geografische Lage Fujians war von Vorteil. Der Standort liegt nahe eines Tiefwasserhafens und in Reichweite ausgedehnter Eukalyptus- und Akazienplantagen. 

Liansheng

GIGANTEN DER TECHNIK

Lianshengs Auftrag an ANDRITZ war klar: maximale Kapazität, hohe Effizienz und überzeugende Umweltleistung. „Die Entscheidung für ANDRITZ als Partner beim Liansheng-Zellstoffprojekt basiert vor allem auf dem fundierten technischen Know-how und der umfangreichen Projekterfahrung im Zellstoffbereich“, sagt General Manager Xue Rongjun. „Die Anlagen von ANDRITZ überzeugen durch den stabilen Betrieb, die Energieeffizienz und die Nachhaltigkeit.“ 

Die Fabrik verfügt über weltweit führende Technologien: die größten 360°-Lagerungs- und -entnahmesysteme für Hackschnitzel, eine Hochleistungsfaserlinie mit modernsten Waschpresssystemen, den größten Rückgewinnungskessel des Landes und den weltweit größten Drehrohrofen mit Gasifizierungsanlage. Diese Innovationen sorgen für einen effizienten, fossilfreien Betrieb und ermöglichen enorme Produktionsmengen. 

Liansheng_Tissue

EIN WETTLAUF MIT DER ZEIT UND GEGEN TAIFUNE

Das Projekt wurde im März 2022 gestartet, mit dem klaren Ziel der Inbetriebnahme im Juli 2024. Dazwischen lagen eine Pandemie, Unterbrechungen der globalen Lieferketten und die Herausforderung, eine gigantische Anlage in der Küstenregion Fujians mit langer Regenzeit und saisonalen Taifunen zu errichten. 

In der Bauhochphase waren über 8.000 Arbeitskräfte gleichzeitig vor Ort, unterstützt von mehr als 60 Spezialistinnen und Spezialisten von ANDRITZ. Für das Projektteam von ANDRITZ China war es das bis dato größte, eigenverantwortlich geleitete Zellstoffanlagenprojekt. Trotz anfänglicher Lieferengpässe infolge pandemiebedingter Störungen konnte der Zeitplan eingehalten werden. Die ersten Hackschnitzel wurden dem Kocher wie geplant im Juli 2024 zugeführt. 

Liansheng

NEUE REKORDE IN DER INBETRIEBNAHME 

Der Rückgewinnungskessel ging in nur 66 Tagen nach der hydrostatischen Prüfung in den Schwarzlaugenbetrieb – ein Rekord. Bereits 87 Tage nach der ersten Hackschnitzelzufuhr erreichte die Anlage ihre geplante tägliche Produktionskapazität und lag damit vier Monate vor dem Zeitplan. 

„Der Fortschritt verlief insgesamt reibungslos und die Anlage hat im Wesentlichen die geplante Produktionskapazität erreicht“, berichtet Liu Junwei, stellvertretender Geschäftsführer von Liansheng Chemical Pulping. „Das ANDRITZ-Team hat hohe Professionalität und Teamgeist bewiesen.“ 

KONTINUIERLICHE LEISTUNG UND ÖKOLOGISCHE EXZELLENZ 

Die Anlage läuft mit einer Kapazität von 5.600 Tonnen pro Tag und liefert neben hochwertigem Zellstoff auch erhebliche Mengen erneuerbarer Energie für die integrierte Zellstoffund Papierfabrik. 

„Technisch gesehen bieten die Anlagen von ANDRITZ hervorragende Leistungen in den Bereichen automatisierte Steuerung und Prozessoptimierung“, bestätigt Xue Rongjun. „Ihre Technologie sichert konstante Produktion, senkt den Energieverbrauch sowie den Einsatz von Ressourcen und unterstützt uns effektiv dabei, effizient und umweltfreundlich zu produzieren.“ 

Als der Rückgewinnungskessel im Juli 2024 zum Leben erwachte, lag die Symbolik auf der Hand: Liansheng wurde mit lautem Dröhnen vom Käufer zum Produzenten. Für das ANDRITZTeam in China war dies der Beweis, eine Zellstofffabrik dieser Größenordnung liefern zu können. Und für Chinas grünen Wandel war es ein Zeichen, dass die Schwerindustrie des Landes sowohl in Bezug auf Nachhaltigkeit als auch Größe wettbewerbsfähig ist. 

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