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Erfolgsgeschichte: AMAG & ANDRITZ

Glänzende Obeflächen bei kleinerem Fußabdruck

Bei AMAG in Österreich liefert eine neue Anlage von ANDRITZ makellose Aluminiumoberflächen und spart gleichzeitig Energie, Wasser und Chemikalien ein. Ein Beweis dafür, dass Premiumqualität und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können. 

OBERFLÄCHEN BESTIMMEN DEN ERFOLG

AMAG ist Österreichs führender Aluminiumhersteller mit rund 2.200 Mitarbeitenden, 425.000 Tonnen jährlichem Liefervolumen und 1,45 Mrd. Euro Umsatz. Angesichts der steigenden Nachfrage nach hochwertigen und präzise verarbeiteten Aluminiumwalzprodukten gewinnen für das Unternehmen fortschrittliche Produktionstechnologien zunehmend an Bedeutung. 

Deshalb entschied sich AMAG am Standort Ranshofen für eine neue ANDRITZ-Produktionsanlage, die seit August 2024 in Betrieb ist. Sie steigert die Qualität der Bandoberfläche und senkt nicht nur Emissionen, sondern auch den Ressourcenverbrauch. Die Anlage wird vollelektrisch betrieben und ist auf die Wiederverwendung von Wasser und Chemikalien ausgelegt. 

Die erzeugten Aluminiumoberflächen werden in zahlreichen Bereichen eingesetzt – von Architektur über dekorative Anwendungen in der Unterhaltungselektronik und die Kosmetikindustrie bis hin zu Heizkörpern und Wärmetauschern (lotplattierte Produkte). 
 

DEN HERAUSFORDERUNGEN TROTZEN

Das Projekt wurde 2021 – mitten in der Pandemie – vergeben. Die Planungstreffen fanden online statt und die Ingenieurinnen und Ingenieure standen vor Bildschirmen statt Prototypen. 

Dann brachen die Lieferketten zusammen. Während die Edelstahlpreise anstiegen, waren elektrische Komponenten kaum verfügbar und Lieferanten konnten ihre Termine nicht einhalten. 

Was das Projekt auf Kurs hielt? Vertrauen. „Wir haben immer Lösungen gefunden, die für beide Seiten funktionierten“, so Julian Brünner, Projektleiter bei ANDRITZ Metals. „Beide Seiten zogen an einem Strang. Wir hatten ein Ziel – die Anlage zum Laufen zu bringen – und alle haben dazu beigetragen.“ 

AMAG_Bandveredelung

TECHNISCHE EXZELLENZ 

Die 115 Meter lange Anlage wurde von ANDRITZ entwickelt, gebaut und in Betrieb genommen. Ihr Herzstück ist das Sprühbeizen – ein chemischer Prozess, der Oberflächenoxide entfernt und das Aluminium glänzend und homogen erscheinen lässt. Minimaler Walzenkontakt bedeutet weniger Oberflächenfehler und somit geringeren Ausschuss. Die gleichzeitige Kontrolle erkennt Defekte sofort. 

Vor dem Verlassen der Anlage wird jedes Band geölt oder mit einer Schutzfolie versehen. Ein autonomes Transportsystem befördert die Bänder ohne menschliches Zutun zum Lager. „Mit dieser hochmodernen Oberflächenbehandlungsanlage setzen wir neue Maßstäbe in Sachen Effizienz und Qualität“, sagt Dr. Florian Stadler, Geschäftsführer der AMAG rolling GmbH. 

Nachhaltigkeit stand von Anfang an im Vordergrund: Eine Abwasserbehandlungsanlage recycelt Prozessströme und verwandelt Nebenprodukte in nützliche Chemikalien. Die vollelektrische Anlage verarbeitet unterschiedlichste Legierungen mit einer Dicke von bis zu fünf Millimetern und vereint Flexibilität, Qualität und Nachhaltigkeit. 

DER NACHWEIS IN DER PRAXIS 

Das erste Band wurde im November 2023 behandelt. Die Bewährungsprobe folgte im Februar 2024, als die vorläufige Abnahme bevorstand und die vertraglichen Garantien nachgewiesen werden mussten. Herausforderungen traten auf, Spezialteams reisten aus Wien an. Das Team vor Ort arbeitete mit Hochdruck. 

„Die Tage waren lang – aber alle waren mit vollem Einsatz dabei. Jeder hat mitgezogen“, erinnert sich Brünner. „Es fühlte sich an, als würden wir perfekt im Gleichklang arbeiten und gemeinsam alles schaffen können.“ 

Als die Ergebnisse vorlagen – sämtliche Garantien erfüllt –, war die Freude in beiden Teams groß. Die Abnahme erfolgte wie geplant im August 2024. Eine Partnerschaft, die sich gelohnt hat. 

INTELLIGENT, NACHHALTIG, DIGITAL 

Jedes Band trägt einen digitalen Datensatz: Das Metris-System erfasst Energieverbrauch, Chemikalieneinsatz und Qualitätskennzahlen in Echtzeit. So kann AMAG Prozesse optimieren und Abweichungen frühzeitig erkennen. 

„Unsere Aufgabe war es, makellose Aluminiumglanzprodukte mit minimaler Umweltbelastung zu erzeugen“, sagt Brünner. „Unser Fokus lag dabei auf Effizienz beim Sprühbeizen, weniger Kontaktwalzen und vollelektrischer Beheizung – genau das hat den Unterschied gemacht.“ 

„Innovation und Nachhaltigkeit gehen bei AMAG Hand in Hand. Unsere neue Produktionslinie ermöglicht es unseren Kunden, die Qualität und Stabilität ihrer eigenen Prozesse weiter zu verbessern und gleichzeitig den CO2- Fußabdruck zu reduzieren“, ergänzt Dr. Florian Stadler, Geschäftsführer der AMAG rolling GmbH. 

Wer heute an der Linie vorbeigeht, sieht Bänder mit spiegelglatter Oberfläche – sauber, präzise und vollständig mit erneuerbarer Energie erzeugt. 

Nachhaltigkeit auf einen Blick

  • Vollelektrische Beheizung mit Ökostrom – ohne fossile Brenner
  • Geschlossene Kreisläufe: Neutralisationsanlage, Eindampfer, Filterpresse und teilweises Recycling des Spülwassers
  • Vom Nebenprodukt zum Rohstoff: Natriumaluminat aus verbrauchter Beizlauge wird als Flockungsmittel von Gemeinden genutzt.
  • Weniger Chemie: Optimiertes Bad mit geringerem Aluminiumgehalt senkt Chemikalienverbrauch und Kosten.
  • Intelligentere Abläufe: Metris überwacht den Einsatz von Energie, Ressourcen und Qualität pro Band in Echtzeit.
  • Sicherere, effizientere Logistik: Autonomer, elektrischer Bandtransport reduziert Handling und Emissionen.
  • Eckdaten: Ca. 115 m Anlagenlänge, bis 5 mm Banddicke, AMAG-Investition > 50 MEUR 
     
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