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Wie lässt sich Verpackungspapier möglichst effizient für Wachstumsmärkte produzieren?

Die Zellstoff Pöls AG ist in eine neue Ära aufgebrochen: Dank einer zusätzlichen Produktionslinie hat der Standort der Heinzel Group seine Kapazitäten bei Kraftpapieren verdoppelt. Das technologische Herz der Wachstumsstrategie ist wieder eine innovative Papiermaschine von ANDRITZ.

4. August 2018: In den frühen Morgenstunden macht sich ein Lkw-Konvoi aus dem ANDRITZ-Werk in Ungarn auf den Weg nach Pöls in der Steiermark. An Bord von zwei Schwertransportern befinden sich die Komponenten eines Stahlzylinders, wie es ihn auf der Welt nur einmal gibt. Der "Prime Dry MG Steel Yankee" von ANDRITZ ist mit einem Durchmesser von über 7,3 Metern und einem Gewicht von 200 Tonnen der weltweit größte seiner Art. "Die Logistik war aufregend", erinnert sich Siegfried Gruber, Head of Project Engineering der Zellstoff Pöls AG. "Die Einzelteile wurden über die Autobahn transportiert und in den folgenden Wochen auf der Baustelle von ANDRITZ-Experten zusammengeschweißt. Im November hievte ein riesiger Spezialkran den Zylinder in die Produktionshalle. Ob wir ein bisschen nervös waren? Und ob!" 

Die technologische Großtat gelang, und sie trug dazu bei, den Standort der Heinzel Group, an dem Langfaser- Sulfatzellstoffe und Kraftpapiere entstehen, schlagkräftiger denn je zu machen. Über 500 Menschen arbeiten hier, und die Zeichen standen und stehen auf Wachstum. Nachdem bereits 2013 mit der PM2 eine PrimeLine MG-Papiermaschine von ANDRITZ in Betrieb genommen wurde, folgte im Sommer 2019 eine weitere, noch leistungsfähigere, die PM3. Mit ihr machte die Produktion einen riesigen Schritt nach vorne: Die Kapazitäten kletterten von 100.000 auf 200.000 Tonnen weißes Kraftpapier pro Jahr.

Die PM3 ist die größte Maschine ihrer Art in Europa: Die Jahreskapazität beträgt 100.000 Tonnen, die Arbeitsbreite 5,40 Meter und die Konstruktionsgeschwindigkeit liegt bei 1.400 Metern pro Minute.

© ANDRITZ / Strichpunkt

GROSS, SCHNELL UND SCHLAU 

Wie schon bei der PM2 entwickelte und lieferte ANDRITZ die neue Produktionslinie PM3, inklusive der Stoffaufbereitung und des Konstantteils, der Automatisierungstechnik, der Prozesspumpen und natürlich der Papiermaschine selbst. Ende Mai 2019 ging sie zwei Wochen früher als geplant in Betrieb und fertigt seitdem Kraftpapiere für eine große Bandbreite an Verpackungsanwendungen sowie Release-Papiere. Mit einer Jahreskapazität von 100.000 Tonnen, einer Konstruktionsgeschwindigkeit von 1.400 Metern pro Minute und einer Arbeitsbreite von 5,4 Metern ist sie die größte Maschine ihrer Art in Europa.  

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Das maßgeschneiderte Konzept, das sich unter anderem durch eine speziell ausgelegte Siebpartie, eine effiziente Mahlung und eine zugfreie Presse auszeichnet, verfolgt ein klares wirtschaftliches Ziel: "Die PM3 ist spezialisiert auf hochqualitative Papiere mit Grammaturen von weniger als 28 Gramm und ergänzt damit die PM2 perfekt", präzisiert Werner Hartmann, Managing Director Starkraft der Zellstoff Pöls AG. "Aufgrund ihres geringeren Flächengewichts sind diese Sorten umweltfreundlich und besitzen ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Genau deshalb werden sie von unseren Kunden in den Wachstumsmärkten verstärkt nachgefragt."

Erfolgreiche Zusammenarbeit der Projektteams von ANDRITZ und Zellstoff Pöls.

Um MG-Papier zu fertigen, bedarf es einiger spezieller Maschinenkomponenten, allen voran der »Prime  Dry MG Steel Yankee« – jener Hochpräzisionstrockenzylinder, auf dem das Papier getrocknet und die geforderten Oberflächeneigenschaften erzeugt werden. Ein weiterer innovativer Bestandteil ist die vertikale Schneckenpresse von ANDRITZ, der »Vertical Screw Thickener« (VST). Durch sein vertikales Design nimmt der VST relativ wenig Platz in Anspruch. Der von oben zugeführte Faserstoff wird mithilfe der Schwerkraft und des zusätzlichen mechanischen Drucks durch die Schnecke entwässert. Die gesamte verfügbare Entwässerungsfläche wird über die komplette Länge der Schnecke vollständig genutzt – daraus resultiert hohe Effizienz: Der VST entwässert den Zellstoff in Pöls von einer dreiprozentigen Eingangskonsistenz auf bis zu 30 Prozent am Auslass – ein Spitzenwert.   

WEITER, IMMER WEITER!

Aber auch danach wird noch viel zu tun sein. In Pöls gibt es eine Reihe von Überlegungen, wie sich die Papierproduktion noch weiter optimieren lässt, etwa indem verstärkt digital gestützte Tools, Big Data, Algorithmen und maschinelles Lernen eingesetzt werden. Auch hier bietet sich ANDRITZ mit seinen Metris-Produkten als Partner an, zumal diese in der Zellstofferzeugung von Pöls bereits genutzt werden. In der Papiererzeugung können sie ebenfalls effizienzsteigernd wirken, indem mithilfe von Sensoren Echtzeit-Prozessvariablen gesammelt und statistisch analysiert werden, damit Verbesserungen im Betriebsablauf direkt eingeleitet werden können.  

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Die Produktion bei Zellstoff Pöls unterliegt strengsten Qualitäts- und Hygienevorschriften.

ZELLSTOFF PÖLS AG

Die Zellstoff Pöls AG gehört zur Heinzel Group und ist der größte Hersteller von hochwertigem, elementar chlorfrei gebleichtem Langfaser-Sulfatzellstoff in Mittel- und Südosteuropa. 2018 erwirtschaftete sie einen Jahresumsatz von rund 324 Millionen Euro. Neben dem Hauptprodukt, Zellstoff der Marke »ORION«, wird in Pöls unter der Marke »STARKRAFT« hochwertig gebleichtes Kraftpapier hergestellt.  

ANDRITZ-Pöls-PM3-Kraftpapier-Strichpunkt

MASCHINENDATEN DER PM3 AUF EINEN BLICK

  • Jahreskapazität: 100.000 Tonnen  
  • Konstruktionsgeschwindigkeit: 1.400 m/min  
  • Arbeitsbreite: 5,4 m  
  • Yankee-Durchmesser: 7,315 m  
  • Stoffaufbereitung und Konstantteil  
  • MG-Papiere für flexible Verpackungen und Release-Anwendungen: 20–70 g/m2  
  • Inbetriebnahme: 05/2019 – zwei Wochen vor dem geplanten Datum    

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